Skutterudit

Skutterudit ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Zusammensetzung CoAs3, ist also chemisch gesehen ein Cobaltarsenit.  Mohshärte 5,5 - 6,0

Geschichte

Unter seiner bergmännischen Bezeichnung Speiskobalt war Skutterudit bereits seit dem Mittelalter bekannt, da er zur Herstellung von Smalte (Farbpigmente) gebraucht wurde.
Die Bezeichnung übernahm Abraham Gottlob Werner 1803 in seinem Handbuch der Mineralogie. Mit dem Wort Speis (von Speise) bezeichnete man nach Johann Christoph Adelung im Berg- und Hüttenwesen unter anderem metallische Gemische mit unbekannter Zusammensetzung. Seinen heute gültigen Namen Skutterudit erhielt das Mineral schließlich 1845 durch Wilhelm Ritter von Haidinger, der es nach seiner Typlokalität, den Cobaltgruben von Skutterud nahe Snarum und Modum in Norwegen benannte.

Aussehen

Skutterudit ist undurchsichtig und entwickelt meist kubische Kristalle und Kombinationen, aber auch körnige, massige, dendritische oder skelettförmige Aggregate. Die Farbe von frischem Skutterudit variiert zwischen Zinnweiss und Stahlgrau. Sichtbare Kristallflächen weisen einen metallischen Glanz auf. Unter Lufteinschluss läuft er allerdings nach einiger Zeit grün- bis buntfarbig an.

Bildung und Entstehung

Skutterudit bildet sich in mittel- bis hochgradigen Hydrothermal-Adern, wo er mit meist anderen Nickel-Cobalt-Sulfiden wie beispielweise Nickelin, Cobaltit und Arsenopyrit, aber auch mit gediegenen Bismut und Silber, Baryt, Calcit, Quarz oder Siderit vergesellschaftet anzutreffen ist.

Fundorte

Als eher seltene Mineralbildung kann Skutterudit an verschiedenen Fundorten zum Teil reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Als bekannt gelten bisher etwas mehr als 400 Fundorte. Neben seiner Typlokalität trat das Mineral in Norwegen bisher noch in der Lerestvedt Mine bei Øyestad in der Kommune Arendal und im Silberbergbaugebiet um Kongsberg auf. In Deutschland fand sich Skutterudit bisher vor allem im Schwarzwald und im Erzgebirge. Es gibt noch mehrere kleine Fundorte in Deutschland. In Österreich wurde das Mineral bisher am Hüttenberger Erzberg in Kärnten, der Zinkwand im Obertalbachtal (Schladminger Tauern) in der Steiermark und an mehreren Orten in Salzburg gefunden. Schweizer Fundorte sind  bisher nur Böttstein im Kanton Aargau sowie verschiedene Gruben im Ayertal und der Gemeinde Turtmann im Kanton Wallis bekannt.
Weitere Fundorte sind Afghanistan, Argentinien, Australien, Bolivien, Chile, China, Frankreich, Grönland, Irland, Italien, Japan, Kanada, Kongo, Madagaskar, Marokko Mexiko, Polen, Portugal, Russland, Schweden, Slowakei, Spanien, Südkorea, Tschechien, Grossbritannien und den Vereinigten Staaten.

Verwendung

Skutterudit war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein wichtiges Cobalt-Erz zur Blaufarbenbereitung, wobei Nickel und weisses Arsenoxid (Arsenik) als Nebenprodukt gewonnen wurde. Mittlerweile werden Metalle hauptsächlich als Nickelmagnetkiesen (Gemenge aus Pentlandit und Pyrrhotin) und Lateriten gewonnen.
Skutterudite werden als Kanditaten (Stand 2013) für effizientere thermoelektrische Konverter gehandelt, mit denen etwa Wärme im Abgassystem eines Autos direkt in Strom umgesetzt werden kann. Jedoch stehen dem erhebliche technische
Probleme entgegen.

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